Die Weltreise

Kulturtour

Palaeste, Hoehlenmalereien, Schnitzereien und mehr 11.12. - 31.12.2003

Nach einem angenehmen Flug in der Hero-Konfitueren und warme Buttergipfeli servierenden Business Class der Sri Lanka Airlines landen wir in Trivandrum und fahren noch am selben Tag die Kueste hinauf nach Varkala. Einem zweigeteilten Ort. Das Dorf an und fuer sich und die Touristenenklave entlang der Steilkueste mit vorgelegtem Sandstrand am Meer. Bereits anderntags geht es weiter nach Kochi, gepraegt durch das lebhafte Ernakulam auf dem Festland und verschiedene eher ruhige Inseln. Kochi war einer der ersten Anlaufspunkte der europaischen Seefahrer, die in Indien strandeten. Nicht nur die vielen Christen sind ein Zeugnis dieser Zeit, sondern auch der portugiesisch angehauchte Baustil sowie die aelteste europaeische Kirche Indiens, die Sankt Franziskus Kirche aus dem Jahre 1503. Im inneren des Gotteshauses findet sich der Grabstein vom unzimperlichen Seefahrer Vasco da Gama, welcher am 24. Dezember 1524 hier starb. Seine Gebeine wurden erst 14 Jahre spaeter nach Lissabon gebracht. Die von den Lokalen chinesische Fischernetze genannten uebergrossen Fangnetze am noerdlichen Ufer von Fort Cochin erinnern uns eher an die kambodschanische Variante des Tonle Sap Sees. Wie auch immer, das Hantieren der 6 bis 8 Personen sieht geschickt aus. Trotz viel Aufwand gibt die See hier nur einen sehr mageren Ertag her... oder dienen die Netze heute eher als Attraktion? Fuer einmal nicht mit dem Zug unterwegs, fahren wir mit einem Nachtbus ins innere des Landes und erreichen Mysore in aller Frueh. Verwoehnt von warmen Temperaturen froesteln wir durch die noch leeren Strassen laufend und sind froh, bald ein Hotel gefunden zu haben. Bei strahlend blauem Wetter tauen wir tagsueber auf und schlendern durch die Maerkte der Stadt. Der von einem Englaender geplante Mysore Palast aus dem Jahre 1912 ist nicht nur fuer uns ein magischer Anziehungspunkt. Unwillkuerlich, weil zentral gelegen, und weil heute Sonntag ist, zieht es hunderte von Besuchern zum ganz und gar nicht englisch anmutenden Bau hin. Wir fuehlen uns eher in die laengst vergangene romantische und verzauberte Zeit der indischen Maharajas versetzt. Indien wie man es aus dem Bilderbuch kennt. Gross und maechtig steht der Palast vor uns. Doch das Spektakel beginnt erst nach dem Eindunkeln. Gegen 19 Uhr werden tausenden von Gluehbirnen Leben eingehaucht und der Palast glueht im Dunkel der Nacht. Ein wunderschoenes Bild, das wir am naechsten Morgen mit einem Besuch der ueppig verzierten Raeumlichkeiten im Innern abrunden. Feinste Malereien aus dem Alltag zieren die Waende, die hohen Saeulen und Decken funkeln vor Glas- und Spiegel- splittern und schwere, mit Elfenbein eingelegte Holztueren oeffnen den Weg, um neues zu entdecken. Der Ort hat mehr himmlisches zu bieten: Der Kuechenchef eines kleinen Imbiss- standes entlang einer geschaeftigen Strasse serviert nicht nur excellente Masala Dosas und feinsten Gemuesereis, nein, er kupfert auch keinem Touristen zuviel ab, denn Gott schaut zu... so seine Argumentation, als wir ihm erklaeren, dass es Freude macht nicht erst ueber den Essenspreis mit ihm verhandeln zu muessen. Vom lauthals und ueberall herumposaunten IT-Fuss bekommen wir auf unserer weiteren Reise Richtung Norden weder in Bangalore noch in Hyderabad etwas zu spueren. Dennoch, die beiden Staedte scheinen anderen Metropolen Indiens bezueglich Infrastruktur einen Schritt voraus zu sein. Wir haben bereits viel ueber Bangalores Einkaufsstrasse Nummer 1 - sprich DIE des Landes - gehoert und gelesen... das Wunder bleibt aus und die Laeden sind wie sie schon in Kolkata, New Delhi, Mumbai, Trivandrum oder sonstwo waren. Kein Prunk, kaum grosse internationale Namen oder was man sonst so erwartet haette. In einem Punkt unter- scheidet sie sich jedoch: Wir entdecken unseren neuen Liebling - den Cafe Coffee Day... mmmh, Cafe Latte mit herzfoermigem Schaeumchen und Porzellantassen mit Stil! Warm ums Herz wird uns auch in Hyderabad. Das sensationelle Netz der oeffentlichen Busse bietet Tageskarten an, faehrt wohin man gerade will und verfuegt ueber Haltestationen, welche halbe Quartiere einnehmen. Irgendwo gibt es jeweils eine Auskunftsbude oder Uebersichts- karte, um den richtigen Bus an der richtigen Ecke zu erwischen. Mit nur einem Tag Zeit im Gepaeck hetzen wir nicht wie wild umher, sondern geniessen die Zeit beim Besuch der Gol- conda Festung aus dem 16. Jahrhundert. Von den Monumenten fehlt zwar meist etwas hand- festes, dafuer ist die Aussicht schoen und Lage gut. Zwei Faktoren, die nicht nur uns zusagen, sondern auch einer indischen Filmcrew. Schon einmal in Gruyere konnten wir zuschauen wie Hindi-Filme gedreht werden und heute auch hier: Die machohaften Jungs ueben eine Schlae- gerei, waehrend die feine Dame unter einem Sonnenschirm sitzt und auf ihren Einsatz wartet. Die Crew freut sich ueber unser Interesse, bittet uns auf die Tribuene zu sitzen und serviert uns gar gesalzene Buttermilch. Besser koennten wir es fuer eine Pause gar nicht treffen. In der Pampa des indischen Hochplateaus sowie zwischen Bangalore und Hyderabad gelegen, besuchen wir Hampi. Die Ruinen des Vijayanagar Imperiums aus dem 15. und 16. Jahrhun- dert liegen ueber mehrere Quadratkilometer verteilt in einer steinigen Landschaft. Rundliche, hellbraune Steinbrocken jeder Groesse lassen die Umgebung aus der Hoehe betrachtet wie eine Mondlandschaft aussehen. Das dazumals mit 500’000 Einwohnern groesste Imperium des indischen Subkontinents ist noch heute nur durch aufwaendige Bewaesserungskanaele und ausgekluegelte Verteilsysteme fruchtbar. Die weitreichenden Bananenplantagen bilden so einen Kontrast zur ansonsten furztrockenen Gegend. Eine Gegend in welcher wir gerne laenger bleiben wuerden. Unsere zwei Tage sind viel zu schnell vorbei, um es richtig genies- sen zu koennen und um den Schrecken des Jahres zu verdauen. Spaet nachmittags sind wir ueber Stock und Stein zum Hanuman Tempel unterwegs. Vor uns liegt der Tempel, doch dazwischen ein nicht zu ueberwindender Abgrund, hinter uns der Weg, den wir gekommen sind. Aldo ist einige Meter voraus und versucht einen Pfad auszukundschaften, bis er mit einem Male aufschreit, davonspringt und dann in absolute Stille versinkt. Was ist passiert? Mit Schlangen, wilden Hunden oder aehnlichem haetten wir gerechnet, aber dass zwischen zwei gewaltigen Felsbrocken ein riesiger, schwarzer Baer hervorzuspringen kommt, haetten wir uns nie und nimmer ausgemalt. Es scheint, dass nicht nur wir einen Schrecken davonge- tragen haben. So schnell und fauchend der Baer ins Rampenlicht sprang, so schnell und still rennt er auch wieder davon. Ein Schock, der uns noch nach Minuten in den Knochen sitzt. Wir laufen den Weg, den wir gekommen sind zurueck und verschieben den Besuch bei Hanu- man auf Morgen. Die monotone und graue Stadt Aurangabad ist unser Ausganspunkt fuer die Tagesausfluege zu den Hoehlen von Ellora und Ajanta. Die 12 buddhisten, 17 hinduistischen und 5 Jain Hoeh- len von Ellora liegen entlang einer Huegelkette und sind aus dem fruehen 7. bis 11. Jahrhun- dert. Die drei religioesen Gruppen aus drei sich ueberschneidenden Perioden deuten auf eine religioese Toleranz hin, die heute oft zu vermissen ist. Ueber die Dauer von 150 Jahren und von 7000 Arbeitern - notabene von Hand - aus dem Felsen gehauen, ist der sehr eindrueck- liche Hindutempel namens Kailasa die weltgroesste monolythische Skulptur. Trotz seiner stattlichen Groesse bleibt der Tempel nur ein kleines Abbild seines Vorbildes, dem Berg Kailash und Heim des Gottes Shiva im Himalaya. Die aelteren buddhistischen Hoehlen von Ajanta imponieren auf Grund ihrer detailreichen Wandmalereien und wegen der schlicht und einfach spektakulaeren Lage entlang einer engen, hufeisenfoermigen Kurve des Waghore Flusstales. Ab vom Schuss liegt Khajuraho. Ohne Zweifel ein Hoehepunkt indischer Meisselkunst und fuer uns der ideale Ort auszutempeln. Immer wieder als die erotischsten Tempel der Welt be- zeichnet, zeigen sich die heiligen Staetten tatsaechlich sehr freizuegig. Das heute in unseren Augen pruede Indien lobt sich Heimat des Kamasutras zu sein und viele der Stellungen koen- nen an den Tempelwaenden bestaunt werden. Einigen Einheimischen sind die Abbildungen peinlich, sie finden diese gar abstossend. Doch in vielen Internet Cafes Indiens zeigt sich auf den Monitoren sowie durch die von vorgaengigen Nutzern lancierten Pop-Ups eher ein anderes Bild...

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