Die Weltreise

Unterwegs?

Auf Reisen nach Flores 21.04. - 05.05.2003

An der malaysisch-indonesischen Grenze werden wir das erste Mal ins Quarantaene-Zimmer gebeten und zu unserem Gesundheitszustand befragt. Der traurige Grund dafuer ist das in weiten Teilen Asiens grassierende SARS. Wir haben nichts zu befuerchten und nehmen es gelassen. Nein, wir waren weder in China noch in Vietnam, zumindest nicht seit dem offiziel- len Zeitpunkt des Ausbruchs der Krankheit... Unser Ankommen in Pontianak ist beinahe auch schon wieder unsere Abreise. Einen Tag nur bleiben wir in der grossen, dreckigen und baufaelligen Stadt. Irgendwie reizlos ist sie und doch passiert so einiges: Wir ueberqueren erstmals den Aequator, geniessen ein wahnsinnig gutes Nasi Campur mit vielen kleinen Allerleis, Doris raspelt sich die halbe grosse Zehe ab und im Pelni-Buero - der staatlichen indonesischen Schifffahrtsgesellschaft - kaufen wir bei einer sehr netten und geduldigen Angestellten zwei Billette fuer die Fahrt mit der KM Leuser nach Semarang auf der Insel Java. Die zwei Naechte und einen Tag dauernde Fahrt mit Pelni verlaeuft ruhig, nachdem sich die erste Aufregung bei unserem Einsteigen gelegt hat. Die gesamte Mannschaft scheint zu wissen, dass heute zwei Touris an Bord kommen: Wir werden herzlich begruesst und so- gleich bekommen wir zwei durchgelegene, zerschliessene Matratzen im Massenschlag zu- gewiesen... tja, erste Klasse schippern wir vielleicht ein ander' Mal :-) Bezueglich Verpflegung sollten wir inzwischen ja wissen, dass in Asien immer und ueberall kleine Einmann-Unter- nehmen unterwegs sind, welche etwas zu essen... von gebratenem Reis ueber Tofu und Suessigkeiten... und zu trinken... egal ob Coci, Sprite oder ein Red Bull-Imitat... verkaufen. Dennoch, wir bringen unseren eigenen Guetzli- und Apero-Proviant mit, um uns zwischen den im Preis inbegriffenen Reis-Mahlzeiten bei Laune zu halten. Wir moegen Reis, wirklich, doch Pelnis Kombuese treibt es fast auf die Spitze! Die Tablets sind zwar schoen silbern und sauber, doch wenn's drei Mal am Tag zu 95 % Reis und ein einziger Loeffel verkochtes Gemuese ist, laeuft uns beim besten Willen das Wasser im Mund nicht zusammen. Ein zweites und letztes Mal auf unserer ersten Fahrt durch indonesische Gewaesser weckt uns morgens der gellende Ruf nach Allah. Der gesungene Gebetsruf ab Kassette kommt um 3.30 Uhr - mitten in der Nacht! - eindeutig zu frueh und vorallem viel zu laut daher. Tagwache oder so aehnlich nennt man das dann wohl, oder?! Eine gute Stunde spaeter legen wir auf Java an und es bleiben einige Tage, entgegen unseren ersten Absichten, uns die Zeit zu ver- treiben, bis wir unsere beiden Mammis fuer die Muttertagsferien abholen... Genau, Mutter- tagsferien beziehungsweise Mutter-Tochter-Sohn-Ferien stehen uns sowie Edith und Rita bevor. Knappe drei Wochen werden wir gemeinsam mit unseren Mammis die Insel Flores bereisen - ein neues Abenteuer fuer uns alle. Aber jetzt sind wir noch auf Java und rattern im Bus nach Solo. Dann und wann auch Sura- karta genannt. Auf der Fahrt wird uns die javanesische Bevoelkerungsdichte bewusst: Ueber die gesamten 100 Kilometer zieht sich eine stockende Kolonne vom Autos, Lastwagen und Bussen, gesaeumt von kaum unterbrochenen Haeuserreihen. In Solo besuchen wir den von hohen Mauern umrahmten Palast der ehemaligen regionalen Koenigsfamilie und heutigen Adelsfamilie, den Kraton, welchen man bei uns eher als Landgut denn als Palast bezeichnen wuerde. Und zum Geburtstag von Prophet Mohammed findet eine grosse, 3woechige "Maess" inmitten von Solo statt. Auf die Karusell- und Riesenradfahrten verzichten wir und schauen den Lokalen zu, wie sie die zwar alten, aber klassischen Bahnen benutzen. Zentral-Java ist das Herz javanesischer Kultur und die Heimat der Zivilisation der Insel. Und weil wir schon hier sind besuchen wir die aus dem 8. und 10. Jahrhundert stammenden Tempel von Prambanan sowie den Stolz Javas, Borobudur. Kolossal wirkt der 1200 Jahre alte und auf einem Huegel erbaute pyramidenfoermige Tempel. Ueber die Entstehung und fruehe Geschichte des buddhistisch inspirierten Baus weiss man bis heute wenig. Ein- zig klar ist, dass er mit dem aufstrebenden Islamismus an Bedeutung verlor und vor der um- fassenden Restauration im letzten Jahrhundert fuer lange Zeit und einer dicken Schicht Vul- kanasche begraben blieb. Fuer uns hinkt, trotz Borobudurs Einmaligkeit, der Vergleich mit Angkor Wat in Kambodscha hintendrein. Wir fragen uns gar, ob es die stolzen 10 Franken Eintritt ueberhaupt wert sind. Ja und nein. Ja... denn das Besuchen kultureller Staetten, das Lernen ueber die Geschichte ist ein Grund weshalb wir reisen, weshalb wir in Indonesien sind und nein... weil es uns einfach grantig macht, wenn wir als auslaendische Besucher satte 1000 % mehr Eintritt als die groesstenteils fuer indonesische Verhaeltnisse gut oder gar sehr gut situierten lokalen Besucher bezahlen muessen - scheiss' auf das exklusive fuer Auslaen- der gebaute, huebsche Billetthaeuschen mit Glastuere und Klimaanlage! Beim Busfahren oder bei der Post geht es auch durch ein 15 x 15 Zentimeter grosses Loch. Yogjakarta... Yogya, Jogjakarta, Jogya und etliche andere schreibweisen zieren die Tafeln, Busse und Strassenschilder der Stadt. Die Wirrungen verdankt die pulsierende Stadt dem y, dem indonesischen i sowie dem j, dem hiesigen tsch-Laut. Entgegen der schriftlichen Ver- sion liest sich die Stadt aber Tschogtschakarta... Fast schon wie Bueren und Bueron ;-) Die Stadt ist beruehmt fuer ihre ausschweifenden Batikmaerkte und die engen, schoenen Seitengaesschen der Altstadt. Fuer uns aber auch der Ort, wo wir endlich ein scharfes Wun- dermittelchen gegen unsere Mitbewohner in den Haaren finden, welche es sich nun schon seit einigen Tagen gemuetlich machen und sich vorallem in Doris' langen Haaren wohlzufuehlen scheinen. Laeuse? Nein, so schlimm sind diese Viecher nicht. Sie beissen nicht derart giegrig in die Kopfhaut und lassen einem nicht ohne Unterbruch kratzen. Dennoch, unangenehm sind sie, was immer sie auch sind, alleweil! Mit "sauberen" Haaren geht es von Yogja weiter nach Bali. Bali? Ja, auf nach Bali, Indonesiens Ferienparadies par excellence. Unser erster Eindruck der Trauminsel ist dafuer alles andere als exzellent... leider. Die Bemo-Fahrer sind aufs reine Abzocken aus und beschuldigen die hoeheren Benzinpreise dafuer, die Mitarbeiter der Informationsbueros scheinen noch weniger ueber Denpasar zu wissen als wir und gefallen tut uns die Hauptstadt auch nicht besonders - chaotisch, verstopft und verabgast. Dennoch, wir lassen uns nicht runterkriegen und 7 Kilometer weiter und eine Nacht spaeter finden wir ein nettes Plaetzchen zum Erholen... ein grosses Bett, ein feinstes Z'morge danach und ein nasser Swimmingpool zur Abkuehlung dazu. Doch "nur" Sein liegt uns nicht und wir bummeln dem Strand entlang zum Hafen, ZUM Badeort Balis - Kuta - und beobachten den Neubau eines Mega-Hotels in Tanjung Benoa. Die Bali-Bombe, wie viele hier das Attentat vom letzten Oktober nennen, hat Spuren hinterlassen und noch heute baden mehr Lokale als Touristen im eher dreckigen Meer. Immernoch herrscht gaehende leere in den Foyers der Hotels und an den gedeckten Tischen der Restaurants. Der Bombe nicht genug macht der Krieg im Irak und SARS der hiesigen Tourismusindustrie fast den Garaus. Weniger Besucher scheinen sich auch negativ auf die Geschaeftspraktiken einiger Kleinunternehmer auszuwirken. Die Tourist- enhochburg ist bekannt fuer ominoese Geldwechsler, welche mit tollen Kursen die Touristen locken und dann entweder hohe Kommissionen verlangen oder die Kunden sonstwie um ein paar Scheine zuviel erleichtern. Wir wollen es genauer wissen und besuchen eine dieser Wechselstuben. Ohne dass wir je etwas von unserem Geld zeigen, wirft uns der Angestellte einen dicken Buendel Rupiah ueber die Theke, als wir ihm sagen, dass wir gerne 200 Dollar wechseln wollen. Unsere Zaehlung ergibt 1'700'000 Rupiah. 100'000 zu wenig. Er nimmt den Stapel Geldscheine zurueck und beginnt nachzuzaehlen... ploezlich fallen - fast - unbemerkt einige Scheine in die Schublade zurueck. Unser kleiner Schurke wird sehr nervoes, als wir ihn darauf aufmerksam machen und reagiert haessig, als wir die Noten doch nocheinmal selbst zaehlen moechten... "no change" heisst es jetzt ploetzlich seinerseits. Fazit: Um bei diesen luschen Wechselstuben erfolgreich Geld zu wechseln benoetigt es mindestens zwei Leute mit einer wachen Beobachtungsgabe! Fuer uns ist es eine tolle Erfahrung und wir wis- sen nun, was beim naechsten Mal anders zu machen waere ;-) Erst Tage spaeter realisieren wir, dass wir die 1.7 Millionen Rupiah einfach haetten einstecken und unsere Dollars hin- legen sollen! Der Kurs waere noch immer besser als bei den offizielen Geldwechslern gewesen.

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