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Land & Leute
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Land & Leute Eine Herausforderung 18.11.- 10.12.2002 / 08.01. - 31.01.2003 Wie du aus unseren Texten heraus spueren kannst, hat uns Vietnam - das Land der konischen Huete - nicht nur gefallen. Angefangen hat es eigentlich bereits in Hong Kong, als uns der Beamte des vietnamesischen Konsulates eine falsche Auskunft ueber das Wiedereinreisevisum gibt und geht weiter in Vien- tiane, Laos als wir wieder auf dem vietnamesischen Konsulat eine andere und nochmals fal- sche Antwort erhalten... was wir aber erst beim zweiten Einreisen feststellen. Unterwegs im Lande stoeren nicht nur die meist um x Faktoren ueberhoehten Touristenpreise, sondern auch die oft eher aggressiv wirkenden Vietnamesen. Letzteres gilt auch gegenueber den eigenen Landsleuten. Ab und zu arten Wortgefechte in Handgreiflichkeiten aus. Vielleicht sind es einfach zuviele Leute, die um ein Stueck des Kuchens kaempfen, um ihre Existenz zu sichern... zu gross ist die Konkurrenz. Das im Ueberfluss vorhandene Angebot von Produkten wirkt sich - fuer einmal - positiv fuer uns aus. Das Produkt oder die Dienstleistung muss bil- liger sein als das Angebot des Konkurrenten. Die Folgen: Billig der Preis, billig die Qualitaet. Fuer Vietnams Position im internationalen Markt fuehrt dies unter anderem dazu, dass nur wenige Produkte exportiert werden koennen, weil Qualitaet zu oft zu kurz kommt. Das ewige Verhandeln ist ermuedend, aufreibend... und anlaesslich einer fluechtigen Bekannt- schaft mit einem in die USA emigrierten Vietnamesen stellen wir fest, dass nicht nur wir uebers Ohr gehauen werden - trotz seinen einwandfreien Sprachkenntnissen. Es gibt Tage, da geht's einfach an uns vorbei und an anderen Tagen muessen wir aufpassen, dass es nicht auf unsere eigene Stimmung abfaerbt und wir uns gegenseitig auf den Wecker gehen. Zugegeben, verhandeln muss nur wer nicht mit den klimatisierten Tourbussen Vietnam hinauf oder hinunter faehrt und nicht in den vergleichweise teuren Touristenrestaurants isst... die in unseren Augen nicht viel mit Vietnam gemeinsam haben: Pancakes, Pommes Frites und Steaks!? Wir wundern uns noch viel mehr ueber prallgefuellte Lokale und ausgebuchte Touren, wenn wir das Gemecker so mancher Reisender zu hoeren bekommen, dass das Essen nicht schmeckt, der Bus unbequem oder die Tour nicht zufriedenstellend ist. So gesehen ist eine individuelle Reise durch Vietnam mit dem oeffentlichen Verkehr, Mahlzei- ten vom lokalen Markt und in den Nebengassen eine echte Herausforderung. Reisende, die einen aehnlichen Reisestil wie wir pflegen, sind es oft nach 10 Tagen leid und fluechten bei- nahe ins nahe Laos oder Kambodscha... 30 Tagevisum hin oder her. Vietnam zeigt sich zwischendurch auch von seiner schoenen, spannenden Seite. In den ueber- fuellten Bussen Vietnams machen wir einige nette Bekanntschaften und erfahren immer wieder Neues, Interessantes und Wissenswertes oder treffen auf tolle Gastgeber eines kleinen Hotels, die uns mit frischen Fruechten und ihrer Hilfsbereitschaft verwoehnen. Wir geniessen es zu entdecken, dass viele, viele Jungs nach englischem Fussball und David Beckham verrueckt sind, die Teenies stundenlang wie die Wilden chatten und neue e-Freundschaften schliessen, Cyclo-Fahrer oft so kurze Beine haben, dass sie kaum zu pedalen vermoegen und die Trottoirs in Saigon vor jedem Haus andere Steinplatten und eine andere Hoehe haben... beziehungsweise wir alle 3 bis 4 Meter hinauf- oder hinuntersteigen. Das bunte Treiben in den Strassen und den ueberfuellten Maerkten spiegelt sich in den kleinen, uebrig gebliebenen Oasen der Natur wider: Das saftige Gruen der dichten Waelder im Norden, der blaue Himmel, welcher von Palmen gekitzelt wird im Sueden und die Farben der duftenden Blumen, Fruechte und des Gemuese. |