Die Weltreise

Song Cuu Long

Der Mekong - Fluss der neun Drachen 20.01. - 30.01.2003

Wir raffen uns nocheinmal auf und machen uns auf den Weg ins Mekong-Delta oder eben ins Delta des Song Cuu Long. Mit nur vier Stunden Verspaetung fahren auch wir gegen Mittag los und sind nur zwei Stunden spaeter an unserem ersten Ziel: Ben Tre - ein kleinerer Ort abseits der Hauptverkehrsachsen und somit auch abseits der Tourbusse und der aufdringlichen Markt- schreier fuer Ausfluege und Hotels. Die Stadt ist idyllisch an beiden Uferseiten des Ben Tre Flusses gelegen. Zwei Schritte ueber die Holzbruecke und wir finden uns in den Gaerten und Feldern des Mekong-Deltas wieder. Er reihen sich Kokospalme an Kokospalme, Zuckerrohr an Zuckerrohr und natuerlich Kanal an Kanal. Jeder Quadratzentimeter wird genutzt. Wir wandern durch die Landschaft und bestaunen wie die riesige Jackfruit - eine irgendwie nach Passionsfrucht riechende, 20 bis 30 cm lange und 15 bis 20 cm im Durchmesser grosse Frucht - am Stamm des wuchtigen Baumes waechst. Die Bewohner sind sehr freundlich. In einem kleinen Familienbetrieb sehen und erfahren wir wie Raeucherstaebchen hergestellt werden und werden von den gespraechigen Toechtern auf einen frischen Kokosnuss-Drink ein- geladen. Auf dem Rueckweg durch die Felder und ueber die kleinen Bambusbruecken finden wir bei Einbruch der Dunkelheit ein kleines Geschaeft, das Suessigkeiten aus dem Fleisch der Kokosnuss herstellt. Wir duerfen zusehen und bevor wir in der Dunkelheit entschwinden, erhalten wir eine handvoll der (Sch)Leckerei geschenkt. Das Mekong-Delta gehoerte bis im 17. Jahrhundert zu Kambodscha und selbst heute ist der Einfluss der Khmer-Bewohner nicht zu uebersehen. Vielerorts sind kambodschanisch angehauchte, mit Ornamenten reich verzierte Tempel zu bewundern. In Sa Dec statten wir den weitlaeufigen Blumengaertnereien einen Besuch ab. Weil dieses Jahr vom 1. bis 3. Februar Tet, das chinesische, beziehungsweise das vietnamesische Neu- jahr stattfindet, herrscht Hochbetrieb. Die bluehenen Blumenstoeckli und kleinen Baeum- chen werden gehegt und gepflegt, zurechtgeschnitten und lastwagen- sowie schiffsweise abtransportiert. In den Staedten und Doerfern werden diese dann entlang der Fussgaenger- zonen oder am Markt verkauft. Typisch fuer Tet ist auch, dass alles herausgeputzt wird. Der Vorplatz wird gewischt, saemtliche Kleider gewaschen und hie und da ein Eingangstor oder Gelaender neu gestrichen. Alles in allem fuehrt es dazu, dass die Ortschaften farbenfroh und heiter wirken. Die uebergrossen, festlichen Guetzli-Dosen und schoen abgepackten Suessge- traenkeschachteln, welche massenhaft von Lebensmittellaeden, aber auch beim Coiffure oder Schneider, erhaeltlich sind, tragen das ihre dazu bei. Eine Woche vor Tet spielt das ganze Land verrueckt - die Vietnamesen kaufen wie wild ein und vor jedem Haus weht stolz eine Vietnam-Fahne. Zu jedem Besuch im Mekong-Delta gehoert auch der Besuch eines Floating Markets - ein Markt auf dem Wasser. Wir lassen den einen oder anderen aus und beschraenken uns auf die Maerkte von Cai Be und Phong Dien. Vor Sonnenaufgang geht es jeweils tuckernd los, um zur richtigen Zeit am Ort des Geschehens zu sein. Meist groessere Schiffe verkaufen Fruechte und Gemuese jeder Art und in den kleineren Boote sitzen die Kaeufer... oder eben die Touristen. Was jeweils verkauft wird, ist an einem Stab aufgehaengt und so wissen die Interessenten, wer welche Produkte anbietet. Da trifft man auf einen Stab mit Ananas, Kuer- bis und Kabis, jemand anderes hat nur eine Melone aufgehaengt und so weiter. Ein Markt ist nicht komplett ohne Getraenke- und Nudelsuppenstand. Ja, auch solche Boote gibt es! Das probieren wir natuerlich gleich aus und bestellen ein Nudelsueppchen zum Z'Morge. Waeh- rend die Suppe zubereitet wird, ist das kleine Schiff an unserem befestigt. Damit wir in Ruhe und gemuetlich unsere Suppe schluerfen koennen, befestigen wir uns an einem groesseren Schiff und das Nudelsuppenboot geht auf weitere Kundensuche. Das Ganze findet nicht etwa in den stillen Gewaessern eines Sees statt, nein, wir befinden uns auf einem Fluss! Die leeren Schuesseln und die Dongs finden den Weg problemlos zurueck zur Besitzerin... oder die Be- sitzerin zu uns, wie auch immer. Der Andrang ist sehr gross und vor lauter Booten ist kaum je Wasser zu sehen. Die Aussage gilt sinngemaess fuer das ganze Mekong-Delta: Flaechen- gleich mit der Schweiz leben hier rund 17 Millionen Einwohner! Produziert werden tropische Fruechte und vor allem Reis. Rund 100 Millionen Menschen koennen mit dem Reis des Me- kong-Deltas ernaehrt werden. Innert wenigen Jahren wurde Vietnam vom grossen Reis-Import- eur zum zweitgroessten Reis-Exporteur. Doch die Ueberduengung und die darausfolgende Uebersalzung ist bereits heute ein Problem. Und uns wundert's, dass im Mekong immer noch Fische, Muscheln und Krebse (ueber)leben. Abgesehen davon, dass viele Familien vom Fischfang leben, ist er auch sehr stark verschmutzt. Unzaehlige Plumpsklos haengen direkt ueber dem Fluss, Kinder baden froehlich waehrend ihre Muetter die Kleider im Seifenbad aus- waschen. Ganz zu schweigen von den vielen Schiffen mit alten, undichten Motoren. Zugege- ben, die Verschmutzung beginnt bereits 4200 km flussaufwaerts... Bevor es fuer uns weiter nach Kambodscha geht, besuchen wir den heiligen Nui Sam. Aehnlich wie bei den heiligen Bergen Chinas, sind auch hier unzaehlige Getraenkekioske, Restaurants und Uebernachtungsgelegenheiten anzutreffen. Nur mit der Hoehe kann er nicht ganz mithalten: 216 Meter ueber Meer sind nicht allzu viel und doch ist er die hoechste Er- hebung des ganzen Deltas. Die wenigen Hoehenmeter genuegen, um bei 30 Grad Celsius ins Schwitzen zu kommen. Wir geniessen die Rundsicht ueber das dunstige und topfebene Mekong-Delta... Reisfelder soweit das Auge reicht.

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