Die Weltreise

Alaska

Betrunkene Waelder und getraenkte Landschaften 7. - 28.06.2002

Die erneute Einreise nach Alaska verlaeuft wie schon nach Skagway ohne Probleme. Unsere Fahrt durch weite Taeler und endlos scheinende Tannen- waelder ist wunderschoen, doch wegen der immensen Groesse manchmal halt auch lang und etwas ermuedend. Besonders angetan haben es uns die Black Spruce - eine kleine, verknorpelte schwarzgruene Tanne - Waelder. Temperaturschwankungen lassen den Perma- frostboden immer wieder auf- und antauen. Durch den aufgeweichten Untergrund verlieren die mit nur kleinen sowie wenig Wurzeln bestueckten Black Spruce beinahe den Halt und kommen bei einer erneuten Abkuehlung des Bodens in schepser Lage zum "Stillstand". Manche Alaskaner nennen dieses Phaenomen Drunken Forest - betrunkener Wald. In Fairbanks besuchen wir die Fort Knox Goldmine... interessant, interessant. Das Abbaugebiet soll nach dem Start in 1995 fuer weitere 6 bis 8 Jahre Gold abwerfen und danach werden die Gruben in einen Stausee samt Naherholungs- gebiet umfunktioniert. Einige eindrueckliche Zahlen in Kuerze: 364 Mitarbeiter scheffeln waehrend 24 Stunden und 7 Tagen in der Woche Erz, egal ob Sommer oder Winter; ein Bagger kostet an die $ 3 Mio. und selbst ein Reifen eines Last- wagens (5 m Durchmesser!) schlaegt sich mit rund $ 10'000 zu Buche; ganz zu schweigen von den knapp 2100 Litern Diesel, die ein LkW ueber 24 Stunden ver- braucht; pro Lastwagenladung werden 150 t Erz gefoerdert, welche 90 bis 200 g Gold abwerfen; die monatliche Stromrechnung belaeuft sich auf $ 1.5 Mio. - mehr als die 80'000 Einwohner Fairbanks zusammen... wahnsinnige Zahlen! Nach so vielen Zahlen genehmigen wir uns ein Bierchen in einer Bar. Als wir die Bar verlassen ist es draussen hell... schon wieder oder immer noch? Es ist 0:30 Uhr und immer noch taghell - unglaublich! So entscheiden wir uns, im Safeway einkaufen zu gehen und anschliessend Z'Nacht zu kochen. Morgens um 3 Uhr - bereits wieder etwas heller - uebernachten wir auf dem Parkplatz des Alaskaland, einem kleinen Vergnuegungspark. Reif fuer einige Tage ohne Auto wandern wir durch die feucht moosige und buschige Tundra des Denali National Park. Das Innere des Parks ist nur ueber eine einzige Schotterstrasse erreichbar und fuer Privatfahrzeuge gesperrt. So nimmt man halt den Bus fuer die 150 km rein und 150 km raus... obwohl es nochmals soweit bis ans andere Ende des Parks ginge. Der Nationalpark ist alles in allem gut halb so gross wie die Schweiz - verrueckt nicht! Einmal mehr sind wir von den endlos scheinenden Weiten beeindruckt. Auf der Fahrt in den Park sehen wir einige Tiere wie Moose, Caribou, Dall Sheep und unsere ersten Grizzlies! Im Gegensatz dazu treffen wir auf unserer 5-taegigen Wanderung im Hinterland des Parks kaum auf grosse Tiere. In der von kleinen Seen, Suempfen und Tundra gepraegten Landschaft lauern Millionen von Moskitos auf uns. Erstmals sind wir froh, unser Mueckennetz aus dem Rucksack auspacken zu koennen, um wenigstens einigermassen in Ruhe und ohne dauernd Muecken zu schlucken durch die weiche Landschaft zu stampfen. Obwohl das Wetter nicht allzu schlecht ist, bekommen wir Mount Denali - mit seinen 6193 m.ue.M. der hoechste Berg Nordamerikas - nie aus der Naehe zu sehen, zu schade. Auf einem Rastplatz schwaermt ein Amerikaner vom Denali Highway. So ent- schliessen wir uns den "kleinen" Umweg zu machen und via dem Denali, Richardson und Glenn Highway nach Anchorage zu fahren. Die 500 km Umweg lohnen sich tat- saechlich! Die Umgebung des Denali Highways ist wunderschoen und reicht von der Taiga bis zur Tundra - mehrheitlich unbewohnt. Und jetzt? Seit einigen Tagen sind wir in Anchorage und geniessen die grossartige Gastfreundschaft von Marti und Clint. Marti ist Tim's Mom... Tim ist der nice Guy, welchen wir in Portland kennengelernt haben und dessen Ahnen ueber dreizehn Ecken mit Aldo's Ahnen verwandt sind, oder so aehnlich... Zum Entdecken der Stadt und geniessen der Umgebung kommen wir in den ersten Tagen gar nicht. Zu viel ist noch zu erledigen und fuer unsere Ausruestung und die weitere Reise zu organisieren. Unsere groesste Sorge "Koennen wir den Trooper verkaufen" hat sich innerhalb kuerzester Zeit in Luft aufgeloest. Kurz: knappe 24 Stunden ein Schild namens "For Sale" am Auto und weg ist das Gefaehrt. Der Verkauf ging so schnell, dass wir sogar die bereits gebuchte Anzeige in den Anchorage Daily News wieder annullieren muessen. Na ja, jedenfalls lieber so, als auf dem Waegelchen sitzen bleiben. Der schnelle Autoverkauf laesst uns genuegend Luft, um ueber das Wochenende in die Cabin von Marti und Clint am 17 Mile Lake zu fahren. Die Lage der rustikalen Cabin ver- schlaegt uns die Sprache... am Fusse einer Felsklippe und am See gelegen, umgeben von Birken und wilden Blumen... wir sind ueberwaeltigt! Erfolglos versuchen wir uns im Fischen, spielen Boggia, goennen uns abends eine Sauna und geniessen das Dolce Far Niente. Herrlich! Zurueck in der City geht's an die Arbeit - Ausruestung waschen, sortieren, Flugticket organisieren... aber die Zeit fuer ein Flightseeing ueber den Knik Glacier und das Eagle River Valley, Boggia und Bier et cetera lassen wir uns natuerlich nicht nehmen ;-) Schon bald lassen wir die USA und Kanada hinter uns und die "Ferien" nehmen ihr Ende. Unsere eigentliche Reise kann beginnen... eine fremde Sprache, eine neue Kultur und etwas Ungewissheit liegen vor uns.

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